Presse: Hilfe für Hamburgs Nachwuchs-Kicker

U10-Team des FTSV Lorbeer Rothenburgsort will zum Aalborg City Cup nach Dänemark. Es fehlen noch 1.080 Euro

Von Thomas Oldach
Rothenburgsort
Die Jungs des U10-Teams vom FTSV Lorbeer Rothenburgsort sind Feuer und Flamme. Sie wollen sich mit ihrem Fußball-Team beweisen beim Aalborg City Cup, der vom 24. bis 28. Mai in Dänemark steigt. Doch Trip und Aufenthalt kosten Geld. Geld, das gerade in Rothenburgsort bei den Familien knapp ist. Also wird Geld auf allen Kanälen gesammelt, damit sich das Team einen Traum erfüllen kann: zum ersten Mal an einem Turnier im Ausland teilnehmen. Myursel, Jason und Daniel bringen es auf den Punkt: „Es wäre schon toll, wenn wir in Dänemark antreten könnten“, sagen die drei neunjährigen Kicker und drücken die Daumen, damit es klappt: „Sich einmal mit Teams aus anderen Ländern zu messen. Das ist wirklich irre gut.“ 300 Mannschaften aus acht Nationen sind dabei.
Angeschoben hat die „Spendenaktion“ der Jugendtrainer Robert Hillbrecht. Der 30-Jährige ist seit 3,5 Jahren im Verein. Einem Klub, der schon durch Mitgliederschwund auf dem Sterbebett lag. Doch Dank eines neuen Kunstrasenplatzes und dem Engagement des Vereins, hat sich die Mitgliederzahl des 1896 gegründeten Vereins auf 450 mehr als verdreifacht. „Als Breitensportverein liegt die Hauptaufgabe darin, die Kinder von der Straße zu holen und sinnvoll zu beschäftigen. Um an den Erfolg in Sachen Mitgliederzahlen anzuknüpfen und den Kindern des Stadtteils etwas bieten zu können, suchen wir Unterstützer. Denn: Viele Dinge, die für andere Mannschaften ganz normal sind, bedeuten für unsere Teams viel Aufwand, um die finanziellen Mittel aufzutreiben.

Kostenloses Fußballferiencamp

16 Kinder aus verschiedensten Nationen spielen mit Leidenschaft im Team zusammen. Ob wettergerechte Fußballbekleidung, Trainingsanzüge oder Ausflüge, alles kostet Geld, welches für die Familien nur schwer bereit gestellt werden kann. Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits ein kostenloses Fußballferiencamp, eine Kleiderspendenaktion und zahlreicher anderer kleine Projekte umsetzen konnten, möchte ich mit den Jungs gerne nach Aalborg reisen. Einen Teil konnten wir mit verschiedenen Aktionen selbst erwirtschaften und ein überschaubarer Betrag wird von den Eltern als Eigenleistung gezahlt“, sagt Hillbrecht.

Bislang gibt es 16 Unterstützer für das „Projekt Aalborg“. 1.080 Euro sind zusammengekommen. Am Mittwoch, 20. Uhr, endet die Spendenaktion. Noch geht etwas unter: www.kicker-crowd.de/#!auslandsturnier
Aber auch danach kann man dem Verein helfen: Kontakt unter Telefon 789 38 61

Quelle: http://www.hamburger-wochenblatt.de/billstedt/sport/hilfe-fuer-hamburgs-nachwuchs-kicker-d37777.html

Presse: Es bewegt sich was in Rothenburgsort

Ein verkannter Stadtteil blüht auf

Nicht lange ist es her, da galt Rothenburgsort als graue Maus oder Schmuddelstadtteil. Viel Gewerbe, kaum Wohnungen und wenig Freizeitmöglichkeiten boten nicht gerade den idealen Wohnraum für Familien. Doch es hat sich in den letzten Jahren etwas getan! Die direkte Lage an der Elbe und zahlreichen Freiflächen bieten dem Stadtteil jede Menge Potenzial welches vor einiger Zeit erkannt wurde. Mit dem Projekt „Stromaufwärts an Bille und Elbe“ gab die Politik den Startschuss zur Neugestaltung und Entwicklung der bisher vernachlässigten Stadtteile. Neuer Wohnraum, erweiterte Bildungsmöglichkeiten und andere neue Institutionen sollen entstehen und Rothenburgsort attraktiver machen.

Auch das Freizeitangebot soll verbessert werden und so entstand vor einem Jahr die neue Kunstrasenanlage an der Marckmannstraße 125. „Mit diesem Schritt wurde ein wichtiger Grundstein für die Sportentwicklung im Stadtteil gelegt und die weiterhin rasant steigende Nachfrage bestätigt die Notwendigkeit einer solchen Sportanlage“, beschreibt der neue Vorstand des FTSV Lorbeer Rothenburgsort.
15 Monate sind inzwischen vergangen und die Entwicklung ist mehr als positiv. Insgesamt hat der Verein seine Mitgliederzahl verdreifacht und gut 450 Mitglieder gehören dem Sportverein mittlerweile an. Besonders der Jugendbereich wurde stark ausgebaut und bietet mit aktuell 15 (Vor 2 Jahren waren es noch 5) Jugendmannschaften jedem Jahrgang eine entsprechende Fußballmannschaft. Auch zwei reine Mädchenmannschaften und andere Sportangebote gibt es bereits.
LorbeerJugend 2015„Vor 3 Jahren war diese Entwicklung undenkbar. Als ich hier als Trainer anfing, gab es einen alten Grandplatz, ungenügend Hallenzeiten und gerade Mal 40-50 Kinder. Die Infrastruktur lud nicht gerade zum Verweilen ein und es zog die Kinder eher in Vereine außerhalb des Stadtteils mit wesentlich besseren Trainingsmöglichkeiten.“ erinnert sich Robert Hillbrecht (Jugendtrainer).

Dieser Erfolg ist jedoch kein Zufall. Zeitgleich mit dem Bau der Anlage startete der Verein das Reformierungsprojekt „Mein Stadtteil, Mein Verein“.
Neue Kooperationen, eine stärkere Außenwirkung und verbesserte Trainingsbedingungen sollten geschaffen werden, um die Sportqualität nachhaltig zu erhöhen. Diese Maßnahmen waren ein entscheidender Erfolgsfaktor um die Identifikation der Anwohner zum Sportverein zu verbessern.
Besonders die Unterstützung starker Partner ist für einen Breitensportverein enorm wichtig. Die Arbeit aller Funktionäre ist ehrenamtlich und die Beitragseinnahmen fließen fast komplett in den Spielbetrieb. Neuanschaffungen und Wachstum können nur dank Spenden, Fördermittel oder Sponsoren realisiert werden.
Bündnis2„Aktuell unterstützt uns das Bündnis für Quartiere mit einer großzügigen Spende worüber wir sehr dankbar sind. Es ist uns nun möglich, weitere wichtige Schritte zu gehen und das Sportangebot zukunftsorientiert auszubauen.“ so der Vorstand. Die Zusammenarbeit beschränkt sich hierbei jedoch nicht nur auf die finanzielle Unterstützung sondern ist vielmehr Nährboden für neue Ideen und Zukunftsprojekte. In zahlreichen Dialogen wurden wichtige Themen rund um die Weiterentwicklung besprochen und mit Hilfe des Bündnisses auch Lösungsansätze gefunden. „Diese Art von Zusammenarbeit ist wesentlich produktiver, als die Teilnahme an irgendwelchen Sitzungen oder Ausschüssen“, berichtet Robert Hillbrecht. „Im direkten Kontakt zu stehen mit Personen, die sich auf ihren Gebiet richtig gut auskennen, hilft uns enorm weiter. Auf der anderen Seite bekommen die Bündnispartner Informationen direkt von der Basis und können diese wiederum in ihre Projekte einfließen lassen. Eine klassische Win-Win-Situation. “

Text & Foto: Lorbeer-Redaktion

Presse: Kinder müssen draussen bleiben!?

Hilferuf eines Rothenburgsorter Jugendtrainers

IMG_3622012916020716_kRobert Hillbrecht ist bei der FTSV Lorbeer Rothenburgsort als Jugendtrainer tätig und beklagt in einem offenen Brief und einem Hilferuf die fehlenden Trainings-Hallenzeiten. Der „Hilferuf“ ging vor einer Woche bereits an den Hamburger Innensenator Andy Grote und Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt. Nun bat Hillbrecht auch SportNord um eine Veröffentlichung.

„Klirrende Kälte, ständiger Regen und starker Wind sind kein Wetter, bei dem Kinder draußen Fußball spielen sollten ‒ so würde jeder normale Mensch zumindestens denken. Im Bezirksamt Hamburg-Mitte scheint man da ganz anderer Meinung zu sein. Während die meisten Kindermannschaften in Hamburgs Turnhallen untergebracht sind, wird den Kindern aus Rothenburgsort dieser ,Luxus‘ verweigert. Nach der Eröffnung der neuen Kunstrasenanlage in der Marckmannstraße hat sich die Anzahl der Kinder fast verdoppelt und stellt das Bezirksamt vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Zwar gibt es eine Sporthalle direkt neben dem Sportplatz, jedoch wird diese an drei Tagen von 16 bis 19 Uhr durch Betriebssportmannschaften besetzt. Schon vor der Eröffnung des neuen Platzes bemühten sich die Verantwortlichen der FTSV Lorbeer, die Hallenzeiten für die Kinder zu bekommen, doch bisher ohne Erfolg.

Bereits im Oktober 2014 sprach ich das Thema beim Bezirksamt und auch bei den Betriebssportgruppen an, doch diese wollen weder die Zeiten tauschen noch auf eine andere Halle ausweichen. Die Betriebssportgruppen von Hamburg Wasser und Siemens möchten sich den Luxus nicht nehmen lassen, direkt nach der Arbeit in die Halle nebenan zu gehen. Mit dem Auto zu einer anderen Halle zu fahren, ist scheinbar nicht möglich. Wir sollen mit unseren Kindern entweder nach 19 Uhr trainieren oder auf eine Halle ausweichen, die außerhalb von Rothenburgsort liegt. Für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren absolut unzumutbar. Die meisten Kinder gehen auf die benachbarte Schule und könnten direkt nach dem Schulbetrieb zum Sport ‒ es könnte so einfach sein. Auch die Anwohner des Stadtteils sind über dieses Situation mehr als unzufrieden, jedoch bleibt jegliche Reaktion der beteiligten Parteien aus. Lieber sitzt man diese Situation aus und hofft, die Betroffenen werden schon irgendwann Ruhe geben.

Es nervt, dass alle Anwohner hinter uns stehen, doch aufgrund einiger Einzelpersonen seit anderthalb Jahren nichts passiert.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Schließung einiger Hallen in der Umgebung. So müssen die Kinder zur Teilnahme an der Hamburger Hallenmeisterschaft oft weite Fahrwege auf sich nehmen. In der letzten Woche mussten wir bei starkem Glatteis bis hinter Harburg fahren, während wir im letzten Jahr noch in der Sorbenstraße oder Wendenstraße spielen konnten. Die Situation betrifft nicht nur uns und aus Gesprächen mit Trainerkollegen weiß ich, dass fast in ganz Hamburg die Situation immer schlimmer wird. So macht das keinen Spaß und auch die ehrenamtliche Tätigkeit als Jugendtrainer verliert mehr und mehr an Attraktivität. Hier muss etwas passieren!“

Quelle: SportNord vom 03.02.2016

Presse: MITTENDRIN AM SPIELFELDRAND

wir_06-15_final_Banner

Robert Hillbrecht engagiert sich seit mehr als zwei Jahren ehrenamtlich für den Fußballnachwuchs in Rothenburgsort – und hat ein großes Herz für seinen Stadtteil.

Fußballfans wissen es: „Grau ist alle Theorie – entscheidend ist auf’m Platz!“ Die legendäre Fußballweisheit gilt auch an diesem nebliggrauen Herbstabend. Bei Wind und Wetter steht Robert Hillbrecht zweimal die Woche auf dem Platz des FTSV Lorbeer Rothenburgsort und trainiert die F-Jugend, Jungs von sieben oder acht Jahren. An den Wochenenden ist er auch bei den Spielen dabei. Alles ehrenamtlich.
„Leon zu Murat. Faysal zu Daniel. Stellt euch auf! Los geht es!“ Robert Hillbrecht gibt knappe Kommandos. Seine Jungs kennen die Übungen und folgen ihrem Trainer – meistens jedenfalls. „Der Robert kann gut mit den Jungs. Und er ist geduldig. Ein guter Trainer“, sagt einer der Väter am Spielfeldrand. „Mir macht das einen Riesenspaß“, sagt der so Gelobte. „Es sind 13 Jungs aus neun Nationen, typisch Rothenburgsort. Das macht den Reiz aus.“ Er selbst lebt seit gut sechs Jahren gleich um die Ecke, am Billhorner Röhrendamm.
wir_06-15_final_kleinSchon als Student hat er hier gewohnt, der HAW-Campus ist nur eine S-Bahn-Station entfernt. „Man wohnt zentral hier“, erklärt der 29-jährige SAGA GWG Mieter, „außerdem komme ich von der Ostsee und liebe das Wasser. Die Elbe gleich vor der Haustür, das ist schon klasse.“ Und einen Bolzplatz gibt es hier auch. „Da kicke ich zum Spaß mit Freunden und habe irgendwann die Jungs gesehen.“ Aus diesem ersten Kontakt zu den Kindern wurde ein Ehrenamt beim FTSV.
„Ich arbeite als Projektmanager im E-Business und hatte irgendwann das Bedürfnis, in meiner Freizeit etwas Sinnvolles im sozialen Bereich zu machen. Und weil Fußball mein Hobby ist, bot es sich an, ehrenamtlich als Trainer zu arbeiten“, so Robert Hillbrecht. Er mag die Arbeit mit den Nachwuchskickern und seinen Stadtteil. Als Jugendtrainer macht er sich um den Breitensport Gedanken: „In Multikultistadtteilen mit vielen Kindern ist der Sport enorm wichtig für die Integration. Umgekehrt brauchen Vereine und ehrenamtliche Helfer auch Unterstützung von der Stadt.“ Daher freut sich Robert Hillbrecht auch darüber, dass die SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft dieses Jahr die Renovierung der Umkleidekabinen unterstützt hat. Entscheidend ist auf’m Platz.

Von Rainer Müller (Fotos: Angela Pfeiffer)
(Magazin „WIR gemeinsam“ vom 08.12.2015)

Presse: Lorbeers Junioren mit Hauptrunden-Hoffnung bei Hallenfußballmeisterschaften

Die Hamburger Hallenfußmeisterschaften der Jugend, zu denen über 1.800 Teams gemeldet haben, laufen mittlerweile auf Hochtouren. Mit dabei ist auch die 1. E-Junioren der FTSV Lorbeer-Rothenburgsort, die das Wochenblatt am vergangenen Sonntag in der Sporthalle Luisenweg bei ihrem zweiten Auftritt begleitete, der mit sechs Zählern endete. Die jungen Kicker von der Marckmannstraße, die am ersten Spieltag fünf Punkte geholt hatten, begannen viel versprechend, denn schon früh erzielte Kenan Yilmaz gegen die SpVgg. Billstedt-Horn nach einem Konter das 1:0. Ein schwerer Abwehrfehler brachte allerdings bald den Ausgleich. Kurz darauf hatte Jamal Ibrahim Boden den erneuten Führungstreffer auf dem Fuß, doch traf er nur den Pfosten. Im Gegenzug gelang den Billstedtern das am Ende entscheidende 2:1, eine unglückliche Niederlage für Lorbeers Nachwuchs. In der zweiten Partie gegen die TSG Bergdorf besaß zwar Halit in der Anfangsphase eine Kopfballchance, doch der Ball flog über das Tor. Als dem Gegner, der als Tagessieger alle seine vier Partien gewann, kurz vor Schluss das verdiente 1:0 gelang, war das Match verloren. Im dritten Spiel gegen den SC Vorwärts-Wacker konnten die Rothenburgsorter dann endlich punkten. Zwar geriet man schon früh nach einem Kontor 0:1 ins Hintertreffen, doch in der Folge spielte fast nur noch das Team von Trainer Driton Ramini. Jamal und Kenan verfehlten zunächst noch knapp das Tor, dann aber hieß es 1:1. Der flinke Jamal schob den Ball eiskalt am entgegenstürzenden Keeper vorbei in die Maschen. Kurz darauf hatte Halit Ahmet das 2:1 auf dem „Schlappen“, doch strich sein Schuss knapp am rechten Pfosten vorbei. Der Siegtreffer fiel nach schöner Einzelleistung von Kenan, der sich die Kugel an der Mittellinie schnappte, 20 Meter lief und souverän vollstreckte. Kurz vor dem Abpfiff hatten die Billstedter noch eine große Chance, doch Keeper Desmond parierte den Schuss aus kurzer Distanz ganz großartig. In der letzten Partie gegen den Escheburger SV folgte der zweite Dreier. Das goldene Tor zum verdienten 1:0-Sieg erzielte Tommy Schäffer. Jamal hatte mit einem Lattenschuss Pech.1234

Zuversichtlich

Zur 1. E-Junioren der FTSV Lorbeer-Rothenburgsort gehören zwölf Kicker des Jahrgangs 2005. Bei den letzten Titelkämpfen in der Halle verpasste das Team um Kapitän Jamal als Tabellenvierter seines 24-er-Blocks den Einzug in die Hauptrunde der besten 50 Hamburger Teams knapp, denn nur die ersten Zwei kamen weiter. Jetzt möchte man einen erneuten Anlauf nehmen, nachdem in der vergangenen Herbstserie auf dem 7-er-Halbfeld mit dem Gewinn der Staffelmeisterschaft neues Selbstvertrauen getankt wurde. „Auch wenn wir leider schon einige Punkte verschenkt haben, ist noch nichts verloren, denn diesmal reicht Rang sechs zum Weiterkommen. Ich baue auf unsere starke Defensive“, so Trainer Driton Ramani. „Wir haben mit Torwart Desmond einen sehr guten Keeper. Tommy Schäffer ist ein umsichtiger Abwehrchef. In unserem Kader gibt es gute Einzelspieler, aber als Mannschaft müssen wir noch besser funktionieren. Dann kommen die Erfolge von ganz alleine.“

45567_web(hinten v.l.) Dustin Schultz, Kenan Yilmaz, Altrim Ramani, Taommy Schäffer, Marlon Hage; (vorne): Jamal Ibrahim Boden, Sammy Wilson, Desmond Danso-Abiam, Halit Ahmet,
Trainer Driton Ramani
Foto: Hoyer

Von Thomas Hoyer
(Hamburger Wochenblatt vom 17.11.2015)

SAGA-Stiftung knackt 2-Millionen-Euro-Marke

Knapp acht Jahre nach ihrer Gründung im Herbst 2007 blickt die gemeinnützige SAGA GWG-Stiftung Nachbarschaft auf mehr als 340 erfolgreiche Projekte in ganz Hamburg zurück, die für mehr sozialen Ausgleich und verbesserte nachbarschaftliche Verhältnisse
in den Quartieren gesorgt haben. Anlässlich der Gesamtvergabe von mehr als zwei Million Euro an Stiftungsmitteln, besuchte die neue Kuratoriumsvorsitzende Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt zusammen mit ihrer Vorgängerin Senatorin a.D. Jutta Blankau sowie den SAGA GWG-Vorständen Lutz Basse und Wilfried Wendel das Vereinsgelände des FTSV Lorbeer Rothenburgsort, dessen Vereinshaus mit 3.000 Euro modernisiert wurde. Marcus Janssen, Vorstand des FTSV Lorbeer Rothenburgsort, freute sich naturgemäß sehr über die Finanzspritze: „Die SAGA GWG-Stiftung Nachbarschaft hat es uns ermöglicht, unseren Umkleidekabinen einen neuen Glanz zu verschaffen. Ich freue mich deswegen auch für unseren Fußballclub und die vielen Vereinsmitglieder insgesamt.“

stiftungnachbarschaft--r-duff-r-2015--r-duff-r-15-von-39-
Jugendtrainer Robert Hillbrecht, der sich sehr für seinen Verein und seinen Stadtteil engagiert, weiß, dass der einzige Sportverein im Quartier zentraler Anlaufpunkt für die Kinder und Jugendlichen ist. Deshalb ist es ihm auch besonders wichtig, dass die Anlage in einem guten Zustand ist. Bereits im Mai konnte der Verein den neuen Kunstrasenplatz, finanziert aus bezirklichen Mitteln, einweihen.
Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Kuratoriumsvorsitzende der SAGA GWG-Stiftung Nachbarschaft, sagte bei ihrem Besuch in der letzten Woche auf dem Vereinsgelände, dass die SAGA GWG über die Stiftung Nachbarschaft einen wichtigen Beitrag leiste, um die
Integration in den Wohnquartieren der Stadt voranzubringen.
Die Stiftung fördere seit Jahren Projekte in den Feldern Kultur, Völkerverständigung, Sport, Bildung und Erziehung sowie der Jugend- und Altenhilfe und unterstütze damit stabile Nachbarschaften vor Ort.
Auf dem Sportplatz selbst hatten sich auch Mitglieder von „Parkour Creation“ eingefunden, die mobile Hindernisse und Gerätschaften ihrer Trendsportart vorführten. Sie wurden von der SAGA GWG-Stiftung Nachbarschaft mit 19.300 Euro bedacht. Die Halle für den neuen en Trendsport soll Anfang 2016 im Oberhafen fertiggestellt werden. Schon heute könnten sich die jungen Sportler vor Anfragen von Vereinen und Schulen kaum retten, weiß Ben Gallinat zu berichten. Sebastian Ploog vom Parkour Creation e.V ergänzt: „Die Förderung durch die SAGA GWG-Stiftung Nachbarschaft hat es uns als Verein ermöglicht, den ersten mobilen
Parkour-Park seiner Art in ganz Norddeutschland zu bauen. Im Rahmen unserer vorläufigen
Eröffnung in den letzten zwei Monaten konnten so bereits über 500 Kinder und Jugendliche
die Grundlagen dieser sehr jungen Straßensportart unter optimalen und sicheren Bedingungen erlernen. So ist es uns auch gelungen, der wachsenden Parkour-Szene in Hamburg endlich eine gemeinsame Heimat und Anlaufstelle zu bieten.“
Stiftungsvorstand Lutz Basse hatte es sich nicht nehmen lassen, ebenfalls nach Rothenburgsort zu kommen. „Ich freue mich sehr, dass die SAGA GWGStiftung Nachbarschaft Jahr für Jahr einen sichtbaren Beitrag zur Förderung des nachbarschaftlichen
Miteinanders in den Quartieren unserer Stadt leistet.  Mehr als 300 Projekte seit 2007 sind dafür ein eindrucksvoller Beleg. Der Name ist hier im wahrsten Sinne des Wortes Programm.“ Zu den Projekten der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft gehören unter anderem das stiftungseigene Projekt Quartierskünstler Veddel, der Ausbau der Kletterwand
der Stadtteilschule Bahrenfeld, die Aktion Leseherbst Billstedt-Horn oder auch der Anbau eines Außenaufzuges im KiKu Kinderhaus Lohbrügge.

Bericht aus „Der neue Ruf“ vom 26.09.2015

30 Jahre dabei! Trainer vom FTSV Lorbeer ist Hamburgs „Ehrenamtler 2014“

Der vom Hamburger-Fußball-Verband gewählte „Ehrenamtler des Jahres 2014“ kommt von der Freien Turn- und Sportvereinigung Lorbeer-Rothenburgsort. In der vergangenen Woche wurde Jaime Navarro in der Sportschule Jenfeld von Volker Okun, dem Ehrenamtsbeauftragten des HFV, als einer von acht Kandidaten, die bereits „Ehrenamtler des Monats“ geworden waren, mit der hohen Auszeichnung bedacht. Dazu gab es eine Urkunde, eine Uhr vom DFB sowie Einkaufsgutscheine für Sportartikel, die zum großen Teil der Nachwuchsarbeit des Traditionsvereins zugute kommen. „Das war wirklich eine große Überraschung für mich“, freute sich Jaime Navarro. „Die Ehrung macht mich unheimlich stolz und ist eine schöne Anerkennung für meine Arbeit in den vergangenen 20 Jahren.“

34125_web

Kicker-Laufbahn

Als Sohn spanischer Gastarbeiter in der Hansestadt geboren, wuchs Jaime Navarro in Hamm auf. Seine Fußballerkarriere begann im Oktober 1984. Wenige Monate nach seinem drei Jahre älteren Bruder Javier, der ihn mit seiner Begeisterung angesteckt hatte, trat der damals zwölfjährige Schüler der FTSV Lorbeer-Rothenburgsort bei, jagte dort von der D- bis zur B-Jugend dem runden Leder nach. Da der Verein anschließend kein A-Juniorenteam mehr melden konnte, wechselte er zum Moorfleeter SV (seit 1994 nach Fusionen SC Vier- und Marschlande) und spielte dort auch noch zwei Serien in der „U21“. 1992 kehrte der inzwischen zum Speditionskaufmann ausgebildete Kicker zu Lorbeer zurück, wo er zur „Ersten“ gehörte. Da sich die Mannschaft zwei Jahre später auflöste, ging Navarro ein zweites Mal „fremd“, schloss sich für eineinhalb Jahre dem TuS Allermöhe (heute SV Nettelnburg Allermöhe) an, ehe er im Sommer 1995 erneut zur FTSV Lorbeer zurückkehrte, deren hauptsächlich aus Portugiesen bestehende erste Mannschaft gerade in die Kreisliga aufgestiegen war. „Wir hatten damals viele gute Fußballer, wobei ich mir auch zugetraut hätte, noch eine Klasse höher zu spielen“, sagt Navarro. „Die erstklassige Kameradschaft war mir jedoch wichtiger.“
Im Jahr 1997 zog sich der Abwehrspieler gegen den SV Sarajewo einen Kreuzbandriss zu. 2001 erwischte es ihn in einer Partie gegen den Oststeinbeker SV ein zweites Mal, diesmal am anderen Knie. Jaime Navarro beschloss, seine Ligakarriere zu beenden. 2004 begann er wieder zu spielen, erst bei den Alten Herren, dann bei den Senioren, für die der 42-Jährige noch immer kickt.

Vom Aktiven zum Trainer

Im Herbst feierte Jaime seine 30-jährige Mitgliedschaft bei Lorbeer, dem ehemaligen Arbeitersportverein. Als 16-Jähriger legte er seine Schiedsrichterprüfung ab und war bis 1995 parallel zu seiner Spielerkarriere auch während seiner Zugehörigkeit zum Moorfleeter SV und dem SV Allermöhe als Unparteiischer unter dem Vereinsslogan „einmal Lorbeer, immer Lorbeer“ für den Club von der Marckmannstraße aktiv. Ab 2001 begann sich der Fan von Real Madrid als Fußball- und Ligaobmann ehrenamtlich für seinen Verein einzusetzen, fungierte darüber hinaus acht Jahre als Co-Trainer der Kreisligatruppe, wobei das (mit 1:10 verlorene) Pokalspiel gegen FC St. Pauli das absolute Highlight war. In der Saison 2011/12 übernahm er den Cheftrainerposten, ein Engagement, das allerdings nicht von Erfolg gekrönt war und mit dem Abstieg in die Kreisklasse endete. „Eine ganz bittere Saison“, so Jaime Navarro. „Dabei hatten wir sehr gute Fußballer wie Mehmet Bozkurt, Torsten Kreft, Tankut Ander oder Frank Christianus in unseren Reihen.“ Seit 2013 trainiert der Familienvater zwei Jugendmannschaften. Im Herbst errangen die E-Junioren unter seiner Regie die Staffelmeisterschaft. „Mein größter Wunsch: Dass unsere Herren endlich in die Bezirksliga aufsteigen. Darauf warte ich nun schon über 20 Jahre“, so der Ehrenamtler 2014, von dem Lorbeers Schiedsrichterobmann Winfried Prinz sagt: „Jaime ist der Verein. Was er für uns leistet, ist nicht mit Geld aufzuwiegen.„

Von Thomas Hoyer
(Hamburger Wochenblatt vom 10.02.2015)